Vergangenen Herbst gelang es uns, Chris van Core, u.a. bekannt als Kwitt-Bote der Sparkassen und als „Juror“ bei der Serie „Horror Tattoos“ (Sixx, ProSieben), für Videodrehs, Fotoshootings und eine Fotoaktion im Rahmen des Verkaufsoffenen Sonntags in Pforzheim zu gewinnen. Nach Abschluss der Dreharbeiten hat sich Chris die Zeit genommen, sich unseren Fragen zu stellen.

Frage 1

Sparkasse: Hast du ein Lieblings-Tattoo und welche Bedeutung hat es für dich?

Chris: Im Prinzip habe ich viele Lieblings-Tattoos. Eigentlich sind fast alle Tattoos meine Lieblings-Tattoos, aber ich habe ein ganz besonderes: Auf meinem linken Handgelenk steht der Name meiner Tochter. Den hat Sie selbst mit einem Hautstift drauf geschrieben und wir haben ihre Schrift nachtätowiert. Dieses Tattoo hat die größte Bedeutung für mich.

Frage 2

Sparkasse: Gibt es ein Tattoo, das du am liebsten entfernen oder covern lassen würdest?

Chris: Nein, das gibt es nicht. Ich habe mir mein erstes Tattoo, ein Tribal auf dem Oberarm, mit 17 Jahren stechen lassen. Das habe ich lasern, also aufhellen und überstechen lassen. Das war aber nicht so, dass das Tattoo eine schlimme Bedeutung hatte, schlecht gestochen war oder sonst irgendwas. Ich habe es einfach nicht mehr gut gefunden und es hat nicht mehr in das Konzept meines Körpers gepasst.

Frage 3

Sparkasse: Hast du ein Lebensmotto?

Chris: Ja, das habe ich im Prinzip schon, dazu muss ich etwas ausholen und hoffe, dass es nicht missverstanden wird. Mein Motto ist „Lerne leiden, ohne zu klagen“. Dieses Motto wird heutzutage eng mit dem KSM (Kommando Spezial Kräfte Marine vormals Kampfschwimmer) verknüpft. Er hängt im Eingangsbereich der Kompanie. Mein Lebensmotto gehört ursprünglich zu den preußischen Tugenden und wird dem Kaiser Friedrich III zugeschrieben. Es ist einfach so, dass ich denke, dass wir uns im Leben viel zu sehr und viel zu häufig beklagen. Beispielsweise das Wetter ist schlecht, der Nachbar fährt ein tolleres Auto oder ich habe nicht das neueste iPhone. Ich glaube, dass wir uns alle viel zu sehr auf das Beklagen konzentrieren, anstatt auf positive Dinge. Aus meiner Sicht geht es uns gegenüber vielen, vielen anderen Menschen auf dieser Welt deutlich besser. Ich versuche einfach, über dieses Motto bzw. aus jeder Situation etwas Positives herauszuziehen und auch daraus zu lernen. Also mich nicht zu beklagen, sondern einfach aufzustehen und weiterzumachen. Egal, ob ich im Leben auf die Fresse bekommen habe oder auf die Fresse gefallen bin. Ich glaube, das beschreibt es am ehesten.

Frage 4

Sparkasse: Hast du Ratschläge für junge Leute, was man tun sollte, wenn man Influencer werden möchte?

Chris (lacht): Puuh, schwierige Frage. Ich halte mich selber nicht für einen Influencer im klassischen Sinne, obwohl ich das wohl tatsächlich bin. Den einzigen Ratschlag, den ich habe, wenn man Influencer werden möchte, ist: Sei wie du bist! Wenn Du Dich verstellst, dann werden die Leute das ganz, ganz schnell mitbekommen und Dir auch nicht das Vertrauen schenken, dir zu folgen, oder dich gut finden. Das geht auf lange Sicht einfach schief. Wenn du jemand bist, der eine Message rüberbringen kann, den die Menschen gut finden, dann tun sie das, weil Sie dich gut finden, wie du bist und nicht, weil Du dich verstellst. Ich glaube, dass man nicht unbedingt das Ziel haben sollte, Influencer zu werden, sondern das Ziel, für sich einfach zu lernen und den Lebensweg so zu beschreiten, dass man für sich selbst das Beste herausholt. Dein Selbstwert sollte nicht davon abhängen, ob du ein guter Influencer bist oder nicht. Wenn du ein miserabler Influencer bist, bist du ja nicht automatisch ein schlechter Mensch. Du kannst ja, was weiß ich, ein hervorragender Bankberater, super Baggerfahrer sein oder ein Mittel gegen Krebs erfinden –und die Leute finden dich trotzdem nicht gut bzw. die Leute folgen lieber jemand anders, der ein geileres Sixpack hat oder eine hübschere Frisur, was weiß ich. Von daher ist mein Ratschlag an die Leute: Klammert euch nicht ans Influencer-Sein oder -Werden wollen; da ist viel Show, viel Schein. Nicht jeder Instagram- oder YouTube-Influencer, der nach vorne einen fetten Sportwagen fährt, hat auch nach hinten raus die Kohle, um sich den überhaupt leisten zu können. Seht zu, dass ihr einen nachhaltigen und vernünftigen Lebensweg beschreitet, wie der auch immer aussieht. Ob ihr Handwerker, Akademiker oder Hundetrainer werden wollt, egal, geht euren Weg und seid wie ihr selbst. Ihr könnt es gerne versuchen und ihr werdet sehen, ob die Menschen euch folgen, ob sie euch feiern oder halt eben nicht. Was mich betrifft, weiß ich gar nicht, ob ich unbedingt so megabeliebt bin. Ich habe aktuell irgendwie 5.000 Follower auf Instagram und rund 4.500 auf Facebook (Stand Dezember
2018), das ist in der Instagram-/Facebook-/YouTube-Influencer-Welt ja quasi ein Fliegenschiss, also gar nichts. Deshalb halte ich mich auch nicht unbedingt für einen Influencer. Ich glaube, ich habe meine Arbeit als Werbegesicht relativ gut gemacht und da influenziere ich derzeit auch tatsächlich. Aber ich selber halte mich nicht für einen Influencer, sondern ich hoffe, dass ich ein einigermaßen guter Mensch bin.

Zu Teil 2 des Interviews geht’s hier.