Vor einiger Zeit habe ich Ihnen von den Anlagekriterien des Star-Investors Warren Buffett berichtet, die man – sofern Sie nicht doch das Mittagessen ersteigert haben – aus dem Jahresbericht seiner Investment-Holding Berkshire Hathaway entnehmen kann.

Neben dem Jahresbericht dürften die Anhänger von Warren Buffets zukünftig Klatschmagazine lesen. Kürzlich wurde nämlich eine erstaunliche Wechselbeziehung entdeckt: Wenn die US-Schauspielerin Anne Hathaway in den Klatschspalten prominent vertreten ist, steigt der Aktienkurs der Beteiligungsfirma des US-Milliardärs Warren Buffett, Berkshire Hathaway. Glauben Sie nicht? Am Freitag vor der letzten Oskarverleihung, die von Hathaway moderiert wurde, gewannen die Berkshire-Papiere 2 Prozent.

Dieses Phänomen ist auf den automatisierten (auf Algorithmen basierenden) Börsenhandel zurückzuführen. So mancher der verwendeten Algorithmen beruht unter anderem auf Trends in den Nachrichten. Und wenn der Name Hathaway auftaucht, ist der Kauf der entsprechenden Aktien eine sichere Wette. Dass die Schauspielerin außer ihrem Nachnamen nichts mit der Beteiligungsfirma gemein hat, wird von den Rechnern geflissentlich ignoriert.

Das wird wohl daran liegen, dass sie ihre Zeit lieber damit verbringen, im Kurznachrichtendienst Twitter zu stöbern. Die Stimmung der Twitter-Gemeinde kann als Indikator für den Dow Jones herangezogen werden. Dominieren beispielsweise Wörter wie „verärgert“ oder „beunruhigt“, dann wird der Dow mit hoher Wahrscheinlichkeit in Kürze Kursverluste verzeichnen.

Wenn Sie auch nach diesem Prinzip investieren wollen, habe ich einige ganz heiße „Tipps“: Wenn Michael Douglas nochmals eine Fortsetzung von Wall Street dreht, sollten Sie im gleichnamigen Konsumgüterhersteller investiert sein. Eine Fortsetzung von Star Wars oder Indiana Jones mit Harrison Ford wäre sicher ebenenfalls gut für die Aktien des Automobilherstellers. Und übrigens: Wussten Sie, dass es einen indischen Pharmahersteller mit dem Namen „Twilight“ gibt?

Natürlich hat diese Investmentstrategie ihre Tücken – aber welche hat das nicht? Aber Klatschmagazine zu lesen dürfte sicher spaßiger sein als eine Bilanz (meistens zumindest) … und Anne Hathaway sieht sehr viel besser aus als Warren Buffett. 😉