Er steht einfach da. Unübersehbar. 75 Meter aus Glas, Stahl und Beton, die geradewegs in den Himmel ragen. Seit genau 25 Jahren prägt der Sparkassenturm das Gesicht Pforzheims.

Am 22. Juni 2001 wurde das markante Gebäude nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit eingeweiht. Ein Vierteljahrhundert später ist das moderne Wahrzeichen aus der Goldstadt nicht mehr wegzudenken. Das Bauwerk, auf ein bestehendes Hofgebäude aufgesetzt, gehört zur Stadt wie die Enz und der Schmuck. 16 Stockwerke bieten nicht nur Platz für über 300 Arbeitsplätze. Sie lösen auch ein Versprechen ein: Hier wird Zukunft gestaltet, weithin sichtbar.

Fast 100 Firmen, viele davon aus der Region, waren an Planung, Bau und Einrichtung beteiligt. Begonnen hatte alles 1995. In vier Abschnitten baute die damalige Stadt+Kreis-Sparkasse Pforzheim ihr Areal mitten in der Innenstadt um. Der Turmbau war der dritte Bauabschnitt – vor dem Neubau des Industriehauses mit den SCHUCKWELTEN Pforzheim am Leopoldplatz. Als der Bau stand, hatte Pforzheim eine neue Silhouette. Besonders macht den Sparkassenturm seine Hülle. Der französische Lichtkünstler Yann Kersalé entwarf die Beleuchtung. Seither erzählt die Fassade nach Einbruch der Dunkelheit immer wieder Geschichten in Licht, mal ruhig, mal in Bewegung. 2019 stellte die Sparkasse die Technik auf LED um. Das spart Strom und zeigt mehr Farbe.

Der Turm ist genau 74,6 Meter hoch. Wer zu Fuß nach oben will, nimmt 384 Treppenstufen unter die Sohlen – die meisten nutzen lieber einen der vier Aufzüge. Eine Doppelfassade mit integrierter Heizung und Kühlung hält die Büros im Sommer kühl und im Winter warm. Umschlossen von einer 3 350-Quadratmeter-Glasfassade gibt es genau 581 Fenster. Den rund 80 Meter hohen Turm der Evangelischen Stadtkirche überragt der Sparkassenturm indes nicht. Das Bankhaus bleibt das zweithöchste Gebäude Pforzheims.

Die Visionäre des Jahres 2001, darunter die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Daum, Dr. Herbert Müller und Stephan Scholl sowie Pforzheims damaliger Oberbürgermeister Dr. Joachim Becker und der ehemalige Enzkreis-Landrat Werner Burckhart mit Architekt Hermann Landgräber sowie Sparkassen-Nachbar und Verleger Albert Esslinger-Kiefer. Das heutige Führungsteam der Sparkasse Pforzheim Calw mit dem Vorsitzenden des Vorstands, Sven Eisele und den Vorstandsmitgliedern Kerstin Gatzlaff, Vincenzo Giuliano und Dr. Georg Stickel.

Als „klares und weithin sichtbares Bekenntnis zur hiesigen Bevölkerung und regionalen Wirtschaft“ bezeichnete Wolfgang Daum das Bauwerk bei der Einweihung. Er führte die Sparkasse von 1987 bis 2005 als Vorstandsvorsitzender und trieb das Turmbau-Projekt voran. Sowie kurz darauf, 2003, auch die Fusion mit der Kreissparkasse Calw. An Daums Seite saßen schon damals Dr. Herbert Müller und Stephan Scholl im Vorstand. Nacheinander übernahmen beide später den Vorsitz des öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts und fühlten sich im Turm zu Hause. Zu einer Feierstunde trafen sich nun die Visionäre von damals und die Sparkassen-Führung von heute.

Eine Sparkasse baut nicht für sich allein. Sie gehört der Allgemeinheit, getragen von Stadt und Landkreisen. Im Verwaltungsrat wirken deren politische Gremienvertreter und Spitzen mit. In den Jahren des Baus saß Dr. Joachim Becker im Pforzheimer Rathaus. Er war von 1985 bis Juli 2001 Oberbürgermeister und bezeichnete den Turm in seiner Geburtsstunde „nicht nur (als) ein Zeichen des wirtschaftlichen Erfolges, sondern auch eine Signatur der sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Verantwortung“. Im Landratsamt des Enzkreises lenkte Werner Burckhart von 1995 bis 2003 die Geschicke und erinnerte bei der Einweihung daran, dass es in der Planungsphase gegen so manchen Widerstand OB Becker gewesen sei, der im Turm „ein wichtiges Zeichen der Veränderung in der Moderne“ sah.

Der Sparkassen-Turm im Überblick:

Statik: Die 5 000 Tonnen der Stockwerke 6 bis 16 lasten auf einem fast zwei Meter dicken und selbst tonnenschweren Abfangtisch über dem fünften Stockwerk. Von dort aus führen wiederum Stützen abwärts und verteilen die Lasten aufs Fundament.

Bauzeit: 2,5 Jahre (Einweihung am 22. Juni 2001)

Dimensionen: 74,6 Meter Höhe, 16 Stockwerke, 23 Meter Durchmesser

Im Jahr 2019 traf ein schwerer Wasserschaden das Haus. Im 13. Stock barst eine Leitung. Das Wasser bahnte sich seinen Weg nach unten, legte ganze Etagen lahm. Die Sparkasse reagierte nicht mit Flickschusterei, sondern mit Konsequenz. Die Verantwortlichen entkernten die betroffenen Bereiche, erneuerten die Technik und bauten das Leitungsnetz deutlich robuster wieder auf. Gleichzeitig nutzte das Haus die Zwangspause für einen ökologischen Sprung nach vorn: Energieeffiziente Klimaanlagen zogen ein. Aus dem Schaden erwuchs ein erneuertes Bauwerk, gerüstet für die nächsten Jahrzehnte.

2021 zog die Hauptstelle der Sparkasse ins neue TurmQuartier zu Füßen des Sparkassenturms. Modernes Banking verlangt nach Begegnung. Die Planer strichen Barrieren und setzten auf Licht. Aus dem reinen Bürogebäude entstand das TurmQuartier – ein lebendiger Mikrokosmos im Herzen Pforzheims. Am Fuß des Turms pulsiert das Leben. Kunstausstellungen, Firmenveranstaltungen, Pop-Up-Events, After-Work-Treffen und die Dauerausstellung „Gold.Geld.Gesellschaft.“ sprechen neue Zielgruppen an.

Die interaktive und mehrfach preisgekrönte Dauerausstellung »Gold.Geld.Gesellschaft.« im TurmQuartier der Sparkasse Pforzheim Calw beleuchtet die 250-jährige Geschichte Pforzheims als Goldstadt. Der Eintritt ist komplett kostenfrei.

Längst hat sich auch die Spitze des Bauwerks für die Menschen geöffnet. Wo früher getagt wurde, treffen sich heute auch Kultur und Emotion. Der Panoramasaal und die Skylounge ziehen Menschen an, die Meilensteine feiern. Wer hier oben heiratet, blickt durch die Fensterfronten weit über die Goldstadt und den Schwarzwald. Diese Momente stiften Identität und verbinden die Menschen mit dem Turm. Ob er als Drehort für einen Film über ein lokales Buchprojekt dient oder einfach Arbeitsplatz für Mitarbeitende ist – das ganze Quartier beweist täglich: ein Bankhaus kann mehr sein. Die runde Glasfassade des Turms versinnbildlicht dabei, was die Sparkasse leben will: Transparenz und Offenheit.

25 Jahre sind für ein Bauwerk dieser Güte erst der Anfang. Die Sparkasse Pforzheim Calw richtet den Blick nach vorn. Der Turm verbindet Tradition mit Innovation und bleibt, was er von Anfang an sein sollte: Ein architektonischer Anker, der das Stadtbild von Pforzheim auch in Zukunft prägt. Für Sven Eisele, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Pforzheim Calw, ist klar: „75 Meter Glas und Stahl schaffen den Raum – echten Mehrwert bringt unser Team, das den Turm täglich für unsere Kundinnen und Kunden mit Leben füllt. Mit dem TurmQuartier haben wir unsere Hauptstelle in einen lebendigen Marktplatz verwandelt, der Raum, Erlebnis und modernes Banking vernetzt. Der Sparkassenturm zeigt: Wir stehen fest an der Seite der Menschen in der Region und gestalten gleichzeitig mutig die Zukunft des Finanzgeschäfts.“

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