Pforzheim neu entdecken, positive Geschichten erzählen und Menschen für ihre eigene Stadt begeistern, das ist die Mission von PF Next. Hinter dem Projekt steht ein engagiertes Gründerteam, das mit frischen Ideen und viel Leidenschaft die Goldstadt in den Fokus rückt. Im Interview geben die Gründer Lisa Dengler und Marc Hofmann Einblicke in ihre Motivation, ihre Herausforderungen und ihre Vision für Pforzheim.
Für alle, die euch noch nicht kennen: Wer steckt hinter PF Next?
Ein bunt gemischtes Team von kreativen Köpfen und Menschen, die Pforzheim nach vorne bringen wollen. Unterstützt werden wir von elf Ehrenamtlichen, darunter Videografen, Autoren und der Historiker Fabian Früh. Von Anfang 20 bis Anfang 40 sind wir ein sehr junges Team, das frischen Wind in die Stadt bringt.

Was findet man auf euren Kanälen?
Viele positive und informative Inhalte zur Stadt Pforzheim. Neue Restaurants, spannende Freizeitangebote, coole Arbeitgeber, wie die Sparkasse, und Wissenswertes zur Geschichte. Wir wollen die Menschen dazu animieren, Neues zu entdecken und in Pforzheim eine gute Zeit zu haben.
Was hat euch dazu bewegt, gerade hier zu gründen und nicht woanders?
Pforzheim ist eine unterschätzte Stadt. Das haben wir uns zum Vorteil gemacht. Die Lage ist toll, die Mieten günstiger als in anderen Städten und das Gründen wird hier super unterstützt. Sowohl die Hochschule Pforzheim als auch die IHK oder das EMMA Kreativzentrum sind tolle Institutionen, die das Gründen erleichtern. Ganz abgesehen davon ist Pforzheim eine schöne Stadt, mit viel Grün und kurzen Laufwegen, sodass man nach einem stressigen Tag schnell in die Natur findet und wieder auftanken kann.
Welche Personen oder Institutionen waren für euch unverzichtbare Mentoren oder Partner während der Gründungsphase?
Eine absolute Empfehlung sprechen wir den Senioren der Wirtschaft aus, die uns direkt zum Start unserer Gründung mit einer starken Expertise zur Seite gestanden sind. Auch Sandra Volz von der FCC Karrierefabrik hat uns direkt unter die Arme gegriffen und uns da vernetzt, wo es notwendig war. Besonders hilfreich waren auch die Gespräche mit der IHK, die uns in allem, was das Thema Rechtsberatung und offene Gründungsfragen betraf, zu Seite stand.
Wie wichtig sind lokale Netzwerke und persönliche Kontakte für euren Erfolg?
Unerlässlich! Wer uns einmal persönlich kennengelernt hat, ist meistens sehr aufgeschlossen, mit uns zusammenzuarbeiten und, nach einer erfolgreichen Zusammenarbeit, auch immer wieder mit uns in Kontakt zu treten. So eröffnen sich ganz neue Geschäftsfelder, auf die man alleine gar nicht gekommen wäre. Ohne ein starkes Netzwerk wären wir nicht so gewachsen und hätten nie die Chance gehabt, echte, vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen einzugehen.

PF Next Gründer-Duo Lisa Dengler und Mark Hofmann
Was war eure größte Herausforderung und wie habt ihr sie gemeistert?
Die größte Herausforderung war der Start. Denn ohne Bekanntheit auch keine Kunden. Im ersten Gründungsjahr haben wir kaum Umsatz gemacht und sehr viel Zeit ins Unternehmen investiert, damit eine Basis entstehen konnte. Wir mussten sozusagen in Vorleistung gehen und das erste Jahr überstehen, um erfolgreich wachsen zu können. Dank der Unterstützung unserer Ehrenamtlichen konnten wir dies bewerkstelligen.
Was war euer bislang größtes Erfolgserlebnis?
Es gibt nicht das eine große Erfolgserlebnis. Vielmehr sind es viele kleine Dinge. Der erste Mini-Job, den wir anbieten konnten, die erste große Kampagne, die ersten Werbeanfragen, ohne Akquise zu machen, die ersten 5-stelligen Aufträge, die ersten Buchungen für öffentliches Reden, die ersten viralen Formate, die ersten 10.000 Follower und das positive Feedback aus der Community. All diese Dinge machen jeden Tag zu einem Erfolgserlebnis. Das Hochladen eines Posts nach der gesamten Arbeit, die in ein Video geflossen ist, ist immer ein Erfolgserlebnis.
Welche Entscheidung war zunächst unbequem – und hat sich später als goldrichtig erwiesen?
Eine der unbequemsten Entscheidungen war das Ablehnen von Werbeanfragen. Es kommt vor, dass manche, die gerne mit uns zusammenarbeiten möchten, nicht die finanziellen Mittel haben oder sogar um den Preis feilschen möchten. Sich hierauf nicht einzulassen, sondern den Kunden dann abzulehnen, fühlte sich besonders im ersten Geschäftsjahr, wo wir jeden Euro dringend gebraucht hätten, sehr unangenehm an. Doch die Standhaftigkeit hat sich ausgezahlt. Kunden, die heute bei uns buchen, sind bereit, den Preis zu bezahlen, den unsere Arbeit wert ist.
Gab es diesen einen Punkt, an dem ihr dachtet: „Jetzt machen wir’s. Das braucht unsere Stadt wirklich“?
Nicht unbedingt. Dass die Stadt einen Imagewandel braucht, ist nichts Neues. Viele Bürgerinnen und Bürger sowie und Institutionen reden schon viel zu lange schlecht über Pforzheim. Für uns waren es eher private Gründe: Ein Umzug, die berufliche Weiterentwicklung, der Wunsch, etwas Sinnstiftendes zu machen. Das war im Sommer 2023.

Wie organisiert ihr ein Team aus euch Gründern, Ehrenamtlichen und Teilzeit‑Mitarbeitenden?
Wir definieren uns als modernes Team, in dem jede einzelne Person ihren individuellen Freiraum hat. Meistens kommunizieren wir über WhatsApp oder Videocalls. Da wir hauptsächlich digital arbeiten, nutzen wir Tools wie Notion, die uns die Organisation erleichtern. Die Mitarbeitenden sind ganz frei in ihrer Arbeitszeitgestaltung und mehr als sechs Stunden sollte man auch nicht arbeiten, finden wir. Bei uns ist alles ganz entspannt und alle sollen Spaß haben an der Arbeit, die gemacht wird.
Wie schafft ihr Motivation im Alltag – besonders in stressigen Phasen?
Gerade weil jede und jeder genau da arbeitet, wo die eigenen Stärken und Interessen liegen, kommt die Motivation von ganz alleine. Fragen wir unseren Videografen, ob er für ein cooles Shooting zur Verfügung steht, sagt er direkt zu, weil er Bock drauf hat. Unser Historiker wartet quasi schon fast darauf, das nächste Thema auszuarbeiten und unsere Cutterin liebt es, Videos zu schneiden. Alle anderen Aufgaben, die nerven und auf die man keine Lust hat, sind von der Deadline motiviert.
Warum sollte jeder wissen, was ihr macht?
Weil man sonst Freude verpasst. Jede und jeder sollte wissen, was man in Pforzheim erleben kann. Jedes Unternehmen sollte uns kennen und wissen, dass wir eine enorme Reichweite im Social-Media-Bereich haben und es sich lohnt, Werbung mit uns zu machen, um ein junges Publikum anzusprechen – und das Maximum aus sich, seiner Marke und Pforzheim rauszuholen. Kurzum, wer uns nicht kennt, verpasst was.
Was wünscht ihr euch für die Gründerszene in der Region?
Dass sie wächst und besonders junge Gründerinnen und Gründer der kreativen Szene in Pforzheim sesshaft werden. Wir wünschen uns, dass ihnen die Unterstützung zukommt, die sie benötigen und sie gefördert und ermutigt werden, am Ball zu bleiben und ihr Unternehmen am Markt zu etablieren.
Welchen Rat würdet ihr anderen Gründern geben?
Es muss nicht perfekt sein. Egal, welches Produkt du hast, hau es raus, teste, wie es ankommt und verbessere es dann. Halte dich nicht mit kleinen Details auf und drehe nicht zu lange an Stellschrauben, die in einem Jahr vielleicht schon gar nicht mehr relevant sind. Wenn du eine Passion hast, lass es die Leute wissen und zeig dein Angebot stolz der Welt, auch wenn es nicht perfekt ist.
PF Next in drei Emojis?
🚀🤩🙌
Vielen Dank für das Interview!
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