Kristina Sauter, Abteilungsdirektorin der ImmobilienSparkasse Pforzheim Calw im Interview mit Wirtschaftskraft.

Was hat Sie ursprünglich dazu inspiriert, Ihren Beruf oder Ihre Karriere zu verfolgen?

    Eine Immobilie ist oft die größte finanzielle und emotionale Entscheidung im Leben eines Menschen. Und genau dort Verantwortung zu übernehmen, Orientierung zu geben und Vertrauen aufzubauen – das hat mich gepackt. Außerdem liebe ich das Tempo der Branche. Stillstand? Gibt es praktisch nie. Und das passt ziemlich gut zu mir. Die Sparkasse Pforzheim Calw bietet mir zudem ein Umfeld, in dem ich Fachwissen, Verantwortung und gesellschaftlichen Mehrwert verbinden kann.

    Was hätten Sie im Berufsleben gerne früher gewusst?

    Dass Beziehungen das wertvollste Kapital sind. Ein stabiles Netzwerk aus Kund:innen, Partner:innen und Kolleg:innen wiegt weit mehr als jede Zahlenanalyse. Wer echte Verbindungen schafft, kann viel mehr bewegen – und das ist ein zentraler Erfolgsfaktor in der Immobilienvermittlung.

    Wie gehen Sie mit Rückschlägen oder Misserfolgen um?

    Rückschläge sind keine Niederlagen, sondern stille Lehrmeister. Klar, manche Momente sind ärgerlich – aber Erfolg entsteht nicht dadurch, dass alles glatt läuft, sondern wie man mit Hindernissen umgeht. Ich reflektiere ehrlich, lerne daraus und gehe weiter. Genau diese Haltung leben wir auch im Team.

    Wie treffen Sie wichtige Entscheidungen? Kopf oder Bauch?

    Beides. Der Kopf analysiert Zahlen, Daten und Markttrends – der Bauch liest Menschen und Situationen. Gerade in der Immobilienvermittlung ist Menschenkenntnis entscheidend. Wenn Kopf und Bauch „Ja“ sagen, ist es meist eine gute Entscheidung.

    Was haben Sie kürzlich zum ersten Mal ausprobiert?

    Einen ganzen Abend komplett offline zu sein. Kein Handy, keine Mails, keine Nachrichten. Ich gebe zu: Die ersten 30 Minuten waren fast irritierend. (lacht), danach unglaublich entspannend. Das sollte man definitiv viel öfter machen.

    Welche Ziele haben Sie sich (beruflich oder privat) für die nächsten Monate gesetzt?

    Beruflich: flexibel bleiben, nah am Menschen sein und Qualität konsequent hochhalten – denn der Markt verändert sich ständig, und darin liegt unsere Stärke. Privat: mehr Momente bewusst genießen, denn meine Tochter erinnert mich täglich daran, dass Zeit nicht immer planbar ist, sondern einfach passiert.

    Haben Sie eine Morgenroutine und wenn ja, welche ist das?

    Ich glaube nicht an Rituale um ihrer selbst willen, aber ein strukturierter Start in den Tag hilft. Ich nehme mir meist einen Moment bei einer Tasse Tee, reflektiere kurz, was wirklich wichtig ist, und starte dann sortiert in den Tag. Oft schneller als gedacht – aber innerlich geordnet.

    Wenn Zeit, Alter und Geld keine Rolle spielen würden, gäbe es einen Beruf, den Sie gerne noch erlernen würden?

    Die Verbindung von kreativem Denken und strategischer Arbeit reizt mich enorm. Vermutlich würde ich mich dem Bereich Design, oder Unternehmertum widmen – als Innenarchitektin oder Hoteldesignerin. Es fasziniert mich, wie sehr Architektur und Einrichtung beeinflussen können, wie Menschen sich fühlen. Vermutlich kommt daher auch meine Leidenschaft für Immobilien.

    Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben?

    Hab mehr Vertrauen in dich selbst und verschwende keine Energie damit, es allen recht machen zu wollen. Viele Dinge klären sich erst durch Handeln, nicht durch Grübeln. Geh los. Wachse unterwegs. Und ja – du wirst Fehler machen. Aber weißt du was? Genau daran wirst du wachsen. Und: Gute Netzwerke sind wichtiger als Visitenkarten. Beziehungen sind im Leben und im Business unbezahlbar.

    Welchen Menschen bewundern Sie und warum?

      Menschen, die trotz Erfolg nahbar bleiben. Ich bewundere Persönlichkeiten, die Haltung zeigen, Verantwortung übernehmen und im Umgang mit anderen immer respektvoll sind. Das ist für mich echte Stärke. Oft sind genau diese Menschen nicht die Lautesten – sondern die Verlässlichsten.

      Was waren ihre drei wichtigsten Learnings?

        Erstens: Vertrauen ist die wertvollste Währung.
        Zweitens: Dankbarkeit ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.
        Drittens: Ein starkes Team schlägt jedes Einzelgenie.

        Womit kann man Ihnen immer eine Freude bereiten?

          Mit ehrlichen Momenten: ein gutes Gespräch, ein Lachen im Team, die Nachricht eines zufriedenen Kunden. Und Blumen gehen natürlich auch immer (lacht).

          Wie würde sich Ihr Leben verändern, wenn Sie aus finanzieller Sicht nicht mehr arbeiten müssten?

            Wahrscheinlich gar nicht so sehr. Ich würde vielleicht etwas selektiver arbeiten – aber ganz aufhören? Schwer vorstellbar für mich. Ich liebe, was ich tue – die Energie, die Begegnungen, das Gefühl, Immobilienträume zu erfüllen. Sinn lässt sich nicht einfach abschalten, nur weil das Konto voll ist.

            Welche Erfindung ist für Sie die bedeutendste?

              Smartphone und Künstliche Intelligenz – beide haben Kommunikation, Arbeit und Geschwindigkeit komplett verändert. Gerade in unserer Branche sind schnelle Erreichbarkeit und rasche Lösungen ein echter Erfolgsfaktor.

              Was müsste Ihrer Meinung noch dringend erfunden werden?

                Am liebsten einen Knopf, der unnötige Bürokratie, Vorgaben und endlose Diskussionen sofort ausschaltet. Das würde Millionen an Lebenszeit sparen (lacht). Vermutlich brauchen wir aber gar nicht noch mehr Tools, sondern schlichtweg mehr Vernunft und Bewusstsein im Umgang mit den vorhandenen Möglichkeiten.

                Was hat Sie in Ihrem Job am meisten überrascht?

                  Wie emotional Immobilien wirklich sind. Außenstehende denken oft nur an Zahlen und Preise, dabei geht es um Familiengeschichten, Erinnerungen und Lebensveränderungen. Genau deshalb braucht gute Immobilienvermittlung nicht nur Marktkenntnis, sondern auch Erfahrung, Empathie und viel Fingerspitzengefühl.

                  Mal angenommen, Sie könnten die ganze Welt erreichen: Welche Botschaft(en) würden Sie den Menschen mitteilen?

                  Wir leben in einer unglaublich schnellen Zeit – aber echte Beziehungen, Vertrauen und Respekt sind das, was bleibt. Erfolg ist viel schöner, wenn man ihn miteinander teilt.

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