Polizistin Antonia Wurster im red-young-Interview
Sie kommen, wenn es bei einem Unfall gekracht hat, wenn ein Ladendieb erwischt wird. Oder wenn jemand einfach nicht weiterweiß. Polizistinnen und Polizisten sind da, wenn es plötzlich ernst wird. Doch was steckt wirklich hinter dem Polizeiberuf? Was braucht man dafür außer Mut und einer Uniform? Unser red-young-Team hat mit Antonia Wurster, einer Pforzheimer Polizistin, gesprochen. Sie hat uns verraten, warum man bei der Polizei jeden Tag das Gefühl haben kann: Ich mache etwas Sinnvolles.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Polizistin zu werden?
Ich wollte schon früh in einem Beruf arbeiten, in dem ich Menschen helfen kann und jeden Tag etwas Anderes passiert. Außerdem hat mich die Mischung aus Teamarbeit, Verantwortung und Abwechslung sehr interessiert. Ich habe die Polizisten auf der Straße immer bewundert. Irgendwann war mir klar: Polizei passt einfach zu mir.
Muss man dafür sehr sportlich sein?
Man sollte auf jeden Fall eine gewisse Grund-fitness haben, weil der Beruf körperlich anstrengend sein kann. Aber man muss kein Profi-Sportler sein. Wichtig ist eher, dass man bereit ist, zu trainieren und sich fit zu halten.
Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?
An meiner Arbeit mag ich das Abwechslungsreiche, jeder Tag ist anders. Man weiß nie, was der nächste Einsatz für einen bereithält. Da man viel im Team arbeitet, ist der Zusammenhalt auch sehr groß, was mir sehr gefällt.
Wie kann man sich Ihren Tagesablauf vorstellen?
Das ist ganz unterschiedlich. Meist beginnt der Dienst mit einer kurzen Besprechung,
danach fährt man Streife oder übernimmt Einsätze. Zwischendurch gehören auch Schreibarbeit und Berichte dazu. Manche Tage sind ruhig – andere sind plötzlich sehr stressig.
Was gehört alles zu einer Polizeiausrüstung?
Eine Uniform, eine Schutzweste, ein Funkgerät, Handschellen, Pistole, Taschenlampe, Einsatzhandschuhe, verschiedene Dokumente und ein Notizblock und Stifte, um Dinge aufzuschreiben. Außerdem ist es nicht schlecht, etwas zu trinken und einen kleinen Snack dabei zu haben. Denn man weiß nie, wann man wieder zurück aufs Revier kommt.
Was bedeuten die Sterne auf den Schultern?
Die Sterne zeigen den Dienstrang. Je mehr Sterne jemand hat, desto höher ist sein Dienstrang. Es gibt auch unterschiedliche Farben von Sternen auf der Schulter.
Die blauen Sterne bedeuten, dass man eine Ausbildung gemacht hat,
die silbernen und goldenen Sterne bedeuten, dass man ein Studium abgeschlossen hat.
Arbeiten Sie oft mit Tieren zusammen?
Es gibt oft Einsätze mit Tieren, sei es ein entlaufener Hund, eine wilde Horde Schafe, die aus ihrem Gehege ausgebrochen sind oder eine verletze Taube.
Auch bei diesen Tiereinsätzen ist es uns immer wichtig, den Tieren zu helfen.
Haben Sie einen Lieblings-Polizeihund?
Nein, das habe ich nicht. Die meisten Polizeihunde mögen es auch nicht, sich streicheln zu lassen. Bei der Polizei in Baden-Württemberg werden häufig Malinois eingesetzt (auch belgischer Schäferhund genannt). Sie sind sehr klug, schnell und arbeitsfreudig.

Was war Ihr spannendster Einsatz?
Besonders spannend sind die Einsätze, bei welchen man Täter festnehmen kann. Nach einem Einbruch zum Beispiel.
Ich mag aber auch die Einsätze, in denen man einfach den Menschen helfen kann.
Haben Sie sich auf einem Einsatz schon einmal verletzt?
Kleinere Verletzungen können passieren, zum Beispiel durch Stürze, Rangeleien oder wenn man schnell reagieren muss. Meist sind es aber eher Prellungen oder Schürfwunden. Für gefährlichere Situationen gibt es Schutzwesten und spezielle Trainings.
Ich wurde bislang zum Glück nur ganz leicht verletzt, sodass ich danach noch weiterarbeiten konnte.
Haben Sie schon einmal mit Ihrer Waffe geschossen?
Während der Ausbildung übt man regelmäßig auf dem Schießstand, damit man sicher damit umgehen kann. Im echten Einsatz ist das zum Glück sehr selten, weil die Polizei immer versucht, Situationen deeskalierend zu lösen.
Vielen Dank Antonia Wurster für den Einblick!
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