Neuer Sparkassenchef liebt in der Freizeit Golf, Heavy Metal und düstere Krimis

Stephan Scholl, seit Oktober 2007 stv. Vorstandsvorsitzender, wurde vom Verwaltungsrat der Sparkasse am 30.01.2012 als Nachfolger von Dr. Herbert Müller zum neuen Sparkassenchef gewählt. Anlass für mich, mit ihm ein Gespräch zu führen – nicht über Geschäftspolitik, darüber hat er sich kurz nach seiner Wahl in einer Pressekonferenz schon geäußert, sondern etwas persönlicher und privater, zum näher Kennenlernen.

Herr Scholl, Ihre Tür war für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer offen. Wird das auch so bleiben, wenn Sie Vorstandsvorsitzender sind?
Daran wird sich nichts ändern. Ich sitze ungern in geschlossenen Räumen, also wird die Tür nach Möglichkeit offen stehen, und die Leute können auch hereinkommen und mich ansprechen. Außerdem kennt jeder meine E-Mail-Adresse und kann mich auch auf diesem Weg erreichen.

Apropos Tür, ziehen Sie um, oder bleiben Sie in Ihrem bisherigen Büro?
Es gefällt mir hier, also bleibe ich in meinem Büro.

Sie haben Ihr Büro ziemlich individuell eingerichtet, viele persönliche Erinnerungsstücke, Fotos, Kunst, die einen Bezug zu Fußball herstellt. Werden Sie daran etwas ändern?
Es bleibt alles so, wie es ist. Das ist mein persönlicher Stil, und dazu stehe ich. Übrigens auch zu dem kreativen Chaos auf und neben meinem Schreibtisch.

Sie sind bekannt dafür, dass Sie kleidungstechnisch Dienst und Freizeit strikt trennen und sich privat gern leger kleiden. Ist das als Sparkassenchef auch noch möglich?
Die Seriosität eines Sparkassenmitarbeiters oder einer -mitarbeiterin macht sich auch an seiner korrekten Kleidung fest. Dahinter stehe ich mit voller Überzeugung. In der Freizeit mag ich es bequem. Grundsätzlich achtet aber meine Frau achtet allerdings darauf, dass ich vernünftig angezogen bin.

Man wird Sie also weiterhin in Jeans und Polo im Kino treffen können – oder haben Sie dafür keine Zeit mehr?
Ich gehe gern mit Freunden ins Kino, speziell in Action- und Fantasyfilme, weil meine Frau einen anderen Geschmack hat. Das werde ich auch weiterhin tun, vorausgesetzt, es kommen Filme, die ich sehen möchte. Ich bin schon gespannt auf den „Kleinen Hobbit“ der im Herbst anläuft, und auf den neuen James Bond.

Sie sind also immer noch von J.R.R. Tolkien und dem „Herrn der Ringe“ begeistert?
Ja, das Buch und die Filmtrilogie faszinieren mich nach wie vor. Ich habe mir die Extended Version gekauft und schaue sie mir von Zeit zu Zeit gern an – jeweils eine fünfstündige Folge am Stück. Wenn wir gerade bei Filmen sind: Ich schaue auch sehr gern Fernsehen und bin ein profunder Kenner amerikanischer Comedy- und Krimiserien.

Beim Dienstjubiläum Ihrer Assistentin Heike Kozik haben Sie sich als Fan harter Krimilektüre geoutet. Was hat man sich darunter vorzustellen?
Ich lese gern Krimis mit düsterer und bedrückender Atmosphäre im Stil der Millenium-Trilogie oder auch der Wallander-Krimis von Henning Mankell. Die haben mir allerdings schon fast zu viel „human touch“. Zur Zeit sind meine Favoriten Stewart McBride, Heffrey Deaver und Karin Slaughter(!).

Ihr Musik-Geschmack steht dem meines Wissens nicht nach? Hart und laut?
Ich höre nach wie vor intensiv die „progressive“ Musik der frühen 1970er wie Van der Graf und Genesis. Aus den späteren Jahren mag ich in der Tat Heavy Metal von Accept, AC/DC und Iron Maiden. Aus der Gegenwart gefällt mir Limp Bizkit und Linkin’ Park. Zu Live-Konzerten gehe ich seltener, man wird halt etwas bequem.

Um das Thema Geschmack fortzuführen: Was essen und trinken Sie gern?
Am liebsten esse ich Nudelgerichte, außerdem bin ich bekennender Fleischesser, der sich nicht so viel aus Salat und Gemüse macht. Nach wie vor esse ich gerne amerikanisch und alles, was süß ist. Mein Lieblingsgetränk ist derzeit neben Coca Cola die Johannisbeer-Schorle bei Müssle.

Um nochmals auf Kleidung zurückzukommen: Anfang der 1990er Jahre waren Sie ein begeisterter Träger von weißen Tennissocken. Was ist aus denen geworden?
Die ziehe ich seit dem Eintritt in den Vorstand nur noch zum Sport an. In den 1980er Jahren war es aber Mode – daran möchte ich erinnern – weiße Socken auch zum Anzug zu tragen.

Dass Sie Golf spielen ist mir bekannt. Fahren Sie auch noch Ski?
Das Skifahren habe ich aufgegeben. Ich habe es dabei durchaus krachen lassen. Als einige Bekannte sich bei Unfällen üble und langwierige Verletzungen zuzogen, habe ich Angst bekommen und es bleiben lassen. Dafür gehe ich seit 31.10.2011 mindestens einmal pro Woche ins Sportstudio und mache Muskelaufbau- und Kardiotraining. Golf spiele ich mit Begeisterung, allerdings hat mich die Finanzmarktkrise mindestens 3 Schläge bei meinem Handicap gekostet, weil ich zu wenig Zeit hatte. Als passiver Sport-Zuschauer interessiert mich natürlich der Sport aus der Region, alles was mit Bällen zu tun hat und natürlich bleibe ich als Fan des KSC unbegrenzt leidensfähig.

Herr Scholl, herzlichen Dank für das Gespräch.


So kennen ihn alle, die schon einmal zu einem Gespräch bei ihm im Büro waren: der neue Sparkassenchef Stephan Scholl in seinem Stammsessel.
Foto: Uta Volz