Bereits 2024 berichteten meine Kolleginnen und Kollegen Paula Martinez, Lennart Grote und Jonas Willwerth in diesem Blog von ihrem Austausch mit der Sparkasse Oberösterreich in Linz. In diesem Jahr durfte auch ich im Rahmen meines Traineeprogramms zwei Wochen dort verbringen – mit einem klaren Schwerpunkt auf dem Auslandsgeschäft. Was ich in dieser Zeit erlebt und gelernt habe, nehme ich mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Pforzheim.

Eine Partnerschaft, die verbindet

Die Sparkasse Pforzheim Calw und die Sparkasse Oberösterreich pflegen bereits seit einigen Jahren eine enge Partnerschaft. Weil beide Häuser in völlig unterschiedlichen Märkten unterwegs sind und damit nicht im Wettbewerb zueinander stehen, lässt sich diese Verbindung besonders offen nutzen: Erfahrungen austauschen, voneinander lernen, über den eigenen Tellerrand blicken.

Einblicke in das Auslandsgeschäft

Mein fachlicher Schwerpunkt lag auf der Abteilung Auslandsgeschäft, die bei der Sparkasse Oberösterreich in mehrere Teams gegliedert ist: Exportförderung, Correspondent Banking, Dokumentengeschäft, Haftungen und Auslandszahlungsverkehr. Zusätzlich konnte ich Einblicke in die Bereiche Risk Management und Treasury gewinnen.

In der Exportförderung habe ich gelernt, wie österreichische Unternehmen bei ihren Auslandsgeschäften über die staatliche Förderbank OeKB abgesichert werden können.

Exkurs: Was ist Exportförderung? Unternehmen, die ins Ausland exportieren, tragen oft ein höheres Risiko – etwa wenn Kunden im Ausland nicht zahlen können. Über spezielle Förderbanken wie die österreichische OeKB oder die deutsche KfW lassen sich solche Exportgeschäfte langfristig finanzieren und teilweise gegen Ausfälle absichern. Die Hausbank vor Ort übernimmt dabei die Abwicklung.

Im Correspondent Banking steuert die Sparkasse Oberösterreich ihr Netzwerk an Partnerbanken im Ausland und bewertet fortlaufend, mit welchen Ländern und Banken in welchem Umfang Geschäfte möglich sind. Besonders spannend fand ich, wie viel persönliche Netzwerkpflege dahintersteckt: Konferenzen und ein regelmäßiger, direkter Austausch sorgen dafür, dass die Zusammenarbeit mit Banken im Ausland reibungslos funktioniert.

Im Dokumentengeschäft geht es vor allem um die Abwicklung von Akkreditiven und Inkassi – zwei zentrale Instrumente, wenn sich Käufer und Verkäufer im Außenhandel gegenseitig absichern wollen.

Exkurs: Was ist ein Akkreditiv? Ein Akkreditiv ist eine Zahlungszusage der Bank des Käufers an den Verkäufer: Die Bank verpflichtet sich, den Kaufpreis zu zahlen, sobald bestimmte vereinbarte Dokumente – etwa Rechnung oder Frachtpapiere – vorgelegt werden. So können sich beide Seiten eines internationalen Geschäfts absichern, auch wenn sie sich noch nicht kennen oder in unterschiedlichen Rechtsräumen sitzen.

Auch beim Thema Digitalisierung gab es spannende Impulse: Bei den Haftungen (Garantien) ist in Österreich bereits die digitale Ausstellung mit qualifizierter elektronischer Signatur möglich. Und auch Künstliche Intelligenz war Gesprächsthema – aktuell wird sie testweise genutzt, allerdings noch mit fachlicher Kontrolle, da die Ergebnisse nicht immer zuverlässig sind.

Ein Detail, das mir besonders im Kopf geblieben ist: Die Kolleginnen und Kollegen im Auslandsgeschäft arbeiten weitgehend papierlos und ortsunabhängig – ein Konzept, das während der Corona-Zeit entstanden ist. Eingehende Dokumente werden sofort digitalisiert und elektronisch abgelegt, während offene Aufgaben digital koordiniert werden.

Über den Tellerrand: Startrampe und Gründerzentrum

Neben dem Auslandsgeschäft durfte ich auch bei der Startrampe der Sparkasse Oberösterreich und im Gründerzentrum in der ehemaligen Tabakfabrik Linz vorbeischauen. Hier bekommen Gründerinnen und Gründer Raum und Unterstützung, um aus einer Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln – ein ganz anderer, sehr inspirierender Blick auf die Arbeit einer Sparkasse.

Was bleibt

Am wertvollsten war für mich der offene, persönliche Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Ein herzliches Dankeschön dafür geht an Doris Cerny, Robert Lauber und Johannes Pracher sowie an alle weiteren Kolleginnen und Kollegen, die mich während meines Aufenthalts so gastfreundlich aufgenommen haben.

Zwei Wochen, viele neue Perspektiven: Ich nehme zahlreiche Eindrücke und Impulse mit zurück nach Pforzheim – und freue mich, dass die Partnerschaft zwischen unseren beiden Häusern auch über diesen Austausch hinaus lebendig bleibt.

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