Italienische Wurzeln, geboren in Bretten und ein Faible für gute Gespräche, gern auch bei einem Espresso. Vincenzo Giuliano ist Familienvater, liebt die Menschen in der Region und verantwortet seit letztem Herbst das Private Banking, die Vermögensverwaltung sowie das Privatkundengeschäft. Stillstand liegt ihm nicht. Er bringt Dinge ins Rollen und denkt lösungsorientiert. Oder, wie er es selbst beschreibt: „Es gibt immer einen Weg – auch wenn es zunächst nur ein Trampelpfad ist.“ Im Interview spricht er über seinen Start, seine Eindrücke und seine ersten Monate.
Sie sind seit Oktober 2025 Vorstandsmitglied der Sparkasse Pforzheim Calw. Wussten Sie von Anfang an: Hier bin ich genau richtig?
Ja, das war mir gleich klar. Die Kolleginnen und Kollegen haben mich mit offenen Armen empfangen. Und genau dieser Eindruck hat sich im Laufe der Zeit bestätigt. Ich erlebe die Sparkasse Pforzheim Calw als herzliches und zugleich leistungsstarkes Unternehmen, das tief in der Region verankert ist. Das gilt übrigens auch für die Zusammenarbeit im Vorstandsteam – kompetent, zielgerichtet und mit klarem Fokus auf gemeinsame Lösungen.
„Profis mit Herz, das ist kein Werbespruch, das spürt man.“
Wenn Sie die ersten Monate mit einem Wort oder Gefühl beschreiben müssten – welches wäre das?
Beeindruckt. Wenn man Menschen neu kennenlernt, sind oft die ersten Minuten entscheidend. Sven Eisele (Vorsitzender des Vorstands) hatte mir schon im Vorfeld von der besonderen Kultur des Hauses erzählt. Ich war gespannt. Und tatsächlich ist es sehr schön, zu erleben, dass der Slogan „Profis mit Herz“ nicht nur ein Werbespruch ist, sondern wirklich gelebt wird. Man spürt es, wenn man neu in die Sparkassenfamilie kommt – und das ist sehr wertvoll. Offenheit und Wärme prägen meine ersten Monate im Unternehmen.
„Ich habe die Leidenschaft, immer einen Weg finden zu wollen. “
Was lieben Sie an Ihrem Job?
Was ich besonders liebe, ist der Dreiklang aus Verantwortung: für die Kundinnen und Kunden, für die Mitarbeitenden und für die Sparkasse. Unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, für beste Lösungen zu sorgen und dabei kreativ zu sein. Und mit kreativ meine ich nicht, dass ich gut malen kann. Aber ich habe die Leidenschaft, immer einen Weg finden zu wollen. Und wenn es zunächst nur ein kleiner Trampelpfad ist.
„Sport, Familie und persönliche Beziehungen sind mein Fundament.“
Wie würden Ihre engsten Freunde Sie beschreiben?
Sie würden sagen, dass man mit mir viel lachen und gleichzeitig auch tiefgehende Gespräche führen kann. Als Ehemann und Vater von drei Kindern ist meine Familie ein zentraler Teil meines Lebens. Dort kann ich ganz ich selbst sein und neue Energie tanken. Sport, Familie und persönliche Beziehungen bilden für mich das Fundament. Sie stärken Körper und Geist und geben mir die Basis für meinen beruflichen Alltag. Privatleben und Beruf greifen dabei ineinander: Wenn die Balance stimmt, profitieren beide Seiten.
„Typisch Vincenzo ist, immer durch die Kundenbrille zu schauen.“
Gibt es eine Angewohnheit, bei der Ihre Kolleginnen und Kollegen sofort sagen würden: „Typisch Vincenzo“?
Ich denke, meine Kolleginnen und Kollegen würden mich als unkompliziert und verlässlich beschreiben. Und wahrscheinlich würden sie sagen: „Typisch Vincenzo – er denkt immer aus Kundensicht.“ Tatsächlich versuche ich, die Customer Journey ganzheitlich im Blick zu behalten – immer mit der Frage: „Was können wir dem Kunden bieten, und was hat er wirklich davon?“
„Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Europa muss beim Bezahlen unabhängiger werden, deshalb machen wir Wero jetzt stark.“
Wann haben Sie zuletzt Ihre Meinung komplett geändert – und warum?
Das ist noch gar nicht lange her. Ich war der Meinung, dass wir aus den geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre gelernt haben und unabhängiger geworden sind. Die jüngsten internationalen Spannungen haben mich eines Besseren belehrt. Noch vor zwei Jahren erschien es mir zweitrangig, wer unsere Zahlungsinfrastruktur bereitstellt – Hauptsache, das System funktioniert und ist verlässlich. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, wie wichtig es für Europa ist, unabhängiger zu werden. Deshalb bin ich dankbar, dass wir mit Wero eine starke europäische Alternative zu amerikanischen Zahlungssystemen wie Mastercard, Visa und PayPal haben.
„Ich bin ein echter ‚Italo-Badener‘.“
Sie kommen aus Bretten und haben italienische Wurzeln. Welche Seite prägt Sie stärker: badische Bodenständigkeit oder italienische Leidenschaft?
Für mich ist das kein Entweder-oder, sondern ein echtes Zusammenspiel. Je bewusster ich mich mit meinen Wurzeln beschäftige, desto klarer wird mir, wie gut das Badische und das Südländische zusammenpassen. Die Lebensfreude, das Gesellige, dieses „das Leben genießen können“ – das gibt es auf beiden Seiten. Ich bin übrigens ein echtes Brettener Kind: Meine Eltern eröffneten Ende der 60er-Jahre mit viel Mut und Unterstützung der örtlichen Sparkasse die erste Pizzeria und Eisdiele in Bretten.
Wo trifft man Sie an einem sonnigen Samstagmorgen?
Am ehesten in Laufschuhen. Der Samstag beginnt für mich meist mit einer Runde durch die Natur, ein Moment, um den Kopf freizubekommen, bevor der Tag startet. Danach geht’s zum Bäcker, Brötchen holen, und anschließend frühstücken wir gemeinsam zu Hause. Diese Routine ist mir wichtig, gerade weil sich unser Familienleben momentan verändert: Unsere Kinder sind im Aufbruch in eine neue Lebensphase, werden langsam flügge. Entsprechend gibt es bei uns derzeit ein kleines Wechselspiel – mal ein volles Haus, mal Ruhe zu zweit. Beides hat seinen Reiz.
Der Traum vom Eigenheim bewegt viele Menschen. Sie selbst leben seit Jahren im eigenen Haus – und beraten Kunden zu genau diesem Thema. Was muss eine gute Beratung heute leisten?
Ein Zuhause ist so viel mehr als nur ein Ort zum Wohnen. Es ist eine familiäre Basis, ein Rückzugsort und ein Stück Heimat, mit dem viele Erinnerungen verbunden sind.
Deshalb beginnt eine gute Beratung für mich viel früher als bei der konkreten Immobiliensuche. Entscheidend ist, gemeinsam einen realistischen Weg zu gehen: Eigenkapital aufbauen, Fördermöglichkeiten prüfen, Finanzierungsbausteine sinnvoll kombinieren und Belastungen ehrlich durchrechnen. Eine Möglichkeit, die ich sehr gut finde, ist die „Probefinanzierung“: Kunden legen schon vor dem Kauf über einen längeren Zeitraum den Betrag zurück, den sie später als Rate zahlen würden. So spüren sie ganz konkret, ob die künftige Belastung zu ihrem Leben passt.
„Eine gute Baufinanzierung ist für mich viel mehr als nur Zins und Laufzeit.“
Empfehlen Sie, die Kreditraten abzusichern?
Unbedingt. In jedem Gespräch stelle ich vier zentrale Fragen: Was ist Ihnen bei Ihrer Baufinanzierung besonders wichtig? Wenn Ihnen oder Ihrem Partner etwas zustößt, wie wichtig ist es Ihnen, weiterhin in Ihrer Immobilie zu wohnen? Wenn es stürmt, hagelt oder Hochwasser droht, wie wichtig ist Ihnen eine umfassende Absicherung? Und wie wichtig wäre es Ihnen, wenn Sie sich heute schon den Zins für ihre Finanzierung in zehn Jahren sichern könnten? Diese Fragen stelle ich übrigens aus tiefster Überzeugung. Es geht darum, ein Finanzierungskonzept zu entwickeln, das auch schwierige Lebenssituationen meistert. Gute Beratung ist für mich echtes Handwerk: strukturiert, vorausschauend und auf das Leben der Menschen zugeschnitten.
„Die Qualität einer Beratung zeigt sich nicht in guten Zeiten, sondern dann, wenn das Leben plötzlich anders verläuft als geplant.“
Gibt es eine Begegnung, die Ihnen beim Thema Eigenheim besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Ja, sogar mehrere. Sehr prägend war für mich gleich zu Beginn meiner Laufbahn ein Fall, in dem nach dem Tod der Mutter die gesamte Finanzierung ins Wanken geriet. Der Vater wollte sich um das Kind kümmern, konnte deshalb nicht mehr voll arbeiten und musste das Eigenheim aufgeben. Trotz eines großartigen familiären Zusammenhalts hat die Finanzierung nicht standgehalten. Dieses Erlebnis hat meinen Blick dauerhaft verändert. Seitdem gilt für mich mehr denn je: Die Qualität einer Beratung zeigt sich nicht in guten Zeiten, sondern dann, wenn das Leben plötzlich anders verläuft als geplant.
„Während der WM hingen bei uns immer zwei Fahnen.“
Die Fußball-WM steht an: Italien ist zwar leider schon raus, aber für welche Mannschaft schlägt Ihr Herz normalerweise? Für Deutschland oder Italien?
Das ist ganz einfach: Italien. Früher gehörten bei uns zur WM ganz selbstverständlich zwei Fahnen dazu – eine für Italien und eine für Deutschland. So war die Unterstützung klar verteilt, mit einer kleinen Herzenspriorität für Italien. Natürlich drücke ich dieses Jahr der deutschen Mannschaft die Daumen!
Danke für das Interview!
Das könnte Sie auch interessieren: