Familiengeschichte bewahren und gleichzeitig Neues wagen: Alicia Lindner führt Börlind gemeinsam mit ihrem Bruder Nicolas Lindner in dritter Generation. Tief im Schwarzwald verwurzelt und international erfolgreich verbindet das Familienunternehmen Tradition mit unternehmerischem Weitblick. Im Gespräch erzählt Alicia Lindner, was ihr das Erbe ihrer Großmutter bedeutet, warum Herkunft für sie Haltung ist – und weshalb Vertrauen auch im Geschäftsleben über Generationen wachsen kann.
Sie führen Börlind gemeinsam mit Ihrem Bruder in dritter Generation. Was bedeutet es für Sie persönlich, ein Unternehmen weiterzuführen, das Ihre Familie über Jahrzehnte geprägt hat?
Die Verantwortung, ein Familienunternehmen in dritter Generation zu führen, empfinde ich als großes Privileg und zugleich als Verpflichtung im positiven Sinne. Es geht nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg – es geht darum, das Lebenswerk meiner Großmutter und meiner Eltern weiterzutragen und gleichzeitig in die Zukunft zu führen. Mein Bruder und ich sehen uns als Brückenbauer zwischen Tradition und Innovation. Wir bewahren die Werte, die Börlind seit über 60 Jahren auszeichnen – Natürlichkeit, Qualität, Verantwortung – und verbinden sie mit zeitgemäßen Ansätzen in Nachhaltigkeit, Digitalisierung, KI und internationaler Marktentwicklung. Persönlich bedeutet es für mich auch, Teil einer größeren Geschichte zu sein. Entscheidungen, die wir treffen, wirken sich nicht nur auf heute aus, sondern auch auf die nächste Generation – sei es in der Familie oder bei unseren Mitarbeitenden, von denen viele ebenfalls seit Jahrzehnten bei uns sind.

Ihre Großmutter hat den Grundstein für Börlind gelegt. Wenn sie heute auf die Entwicklung Ihres Unternehmens und die Menschen blicken würde, worauf wäre sie vermutlich besonders stolz?
Meine Großmutter war eine Pionierin – in einer Zeit, in der Frauen in der Wirtschaft noch Ausnahmen waren, hat sie mit Mut, Intuition und einem klaren Blick für Qualität ein Unternehmen aufgebaut. Sie hat nie Kompromisse bei der Produktqualität gemacht und immer an die Kraft der Natur geglaubt. Ich glaube, sie wäre heute besonders stolz darauf, dass ihre Vision international Anerkennung gefunden hat – dass Börlind-Produkte heute in über 30 Ländern geschätzt werden. Und sie wäre stolz auf unser Team: auf die Loyalität, die Fachkompetenz und den Zusammenhalt, der über Generationen gewachsen ist. Aber vor allem, denke ich, wäre sie stolz darauf, dass wir als Familienunternehmen eigenständig geblieben sind und uns treu geblieben sind – in unseren Werten, in unserem Anspruch und in unserer Haltung. Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis. Erfolg ja, aber mit Verantwortung.
Börlind ist international erfolgreich und dennoch tief in der Region verwurzelt. Der Schwarzwaldhut, den Sie häufig zu Events tragen, unterstreicht diese Verbundenheit. Warum ist es Ihnen wichtig, Ihre Wurzeln so sichtbar zu zeigen?
Der Schwarzwaldhut ist für mich mehr als ein modisches Accessoire – er ist ein Statement. Er steht für Heimat, für Identität, für Herkunft. In einer globalisierten Welt, in der vieles austauschbar wirkt, ist es mir wichtig zu zeigen: Wir kommen von hier. Unsere Wurzeln liegen im Schwarzwald, und genau diese Verwurzelung gibt uns Kraft und Orientierung. Gleichzeitig ist der Hut auch ein Symbol für Selbstbewusstsein. Wir müssen uns nicht verstecken oder verbiegen. Wir können regional verankert sein und gleichzeitig international erfolgreich. Das eine schließt das andere nicht aus – im Gegenteil: Authentizität ist heute ein echter Wettbewerbsvorteil. Und ganz ehrlich: Ich trage ihn besonders gern, weil ich ihn von meiner Belegschaft geschenkt bekommen habe.

Fotocredit: Sven Cichowicz
Welche gemeinsamen Werte verbinden Börlind und die Sparkasse Pforzheim Calw – und wie spiegeln sich diese in unserer langjährigen Zusammenarbeit wider?
Börlind und die Sparkasse Pforzheim Calw verbindet mehr als eine Geschäftsbeziehung – es ist eine echte Wertegemeinschaft. Beide sind wir regional verwurzelt, beide denken wir langfristig statt kurzfristig, und beide tragen wir Verantwortung für die Region und ihre Menschen. Die Sparkasse ist kein anonymer Konzern, sondern ein Partner, der die Region kennt, der versteht, wie Familienunternehmen ticken, und der auch in herausfordernden Zeiten seit Jahrzehnten verlässlich an unserer Seite steht. Diese Beständigkeit, dieses Vertrauen – das sind Werte, die wir teilen. In unserer langjährigen Zusammenarbeit spiegelt sich das wider: Es geht nicht um Quartalszahlen, sondern um nachhaltige Entwicklung. Es geht nicht um Produkte von der Stange, sondern um individuelle Lösungen. Und es geht um Menschen, die einander kennen und schätzen.
Ein Familienunternehmen braucht im Laufe seiner Entwicklung ganz unterschiedliche Partner – von der Finanzierung über den Zahlungsverkehr bis hin zu Vorsorge- und Nachfolgethemen. Welche Bedeutung hat es für Sie, einen Finanzpartner an der Seite zu haben, der diese Vielfalt aus einer Hand bietet?
Ein Familienunternehmen durchläuft verschiedene Phasen – vom Wachstum über Investitionen bis hin zu Nachfolgefragen. In jeder dieser Phasen brauchen wir unterschiedliche finanzielle Lösungen: Finanzierung für neue Projekte, sichere Zahlungsverkehrssysteme für den internationalen Handel, Absicherung für Mitarbeitende und langfristige Vorsorge für die Familie.
Einen Partner zu haben, der all das aus einer Hand bietet, bedeutet vor allem eines: Effizienz und Vertrauen. Wir müssen nicht bei jedem Thema neu erklären, wer wir sind, was wir tun und wohin wir wollen. Die Sparkasse kennt uns, unsere Geschichte und unsere Ziele. Das spart Zeit und schafft Raum für strategische Gespräche statt administrativer Abwicklung.
Gerade in komplexen Situationen – etwa bei Investitionsentscheidungen oder Nachfolgeregelungen – ist es unschätzbar wertvoll, einen Ansprechpartner zu haben, der das große Ganze im Blick hat und verschiedene Bereiche intelligent miteinander verzahnt. Ohne die Sparkasse Pforzheim Calw wären wir als Unternehmen heute nicht wo wir sind.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit aus einer Geschäftsbeziehung über Jahre – und im Idealfall über Generationen hinweg – echtes Vertrauen entsteht?
Vertrauen entsteht, wenn man merkt: Der andere meint es gut. Wenn Vereinbarungen eingehalten werden, wenn man auch mal ein kritisches Wort hört, das weiterhilft, und wenn man weiß, dass der Partner auch in zehn Jahren noch da sein wird. Bei der Sparkasse spüren wir genau das.
Welches Statement/Motto passt gut zu Ihnen bzw. zu Ihrem Unternehmensstil?
Haltung zeigen. Verantwortung übernehmen. Gemeinsam gestalten.
Vielen Dank für das Interview!
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